23. Umweltnewsletter

 

 

 

Neuigkeiten in Kürze

Spaziergang im Stadtpark Gütersloh: Welcher Vogel sitzt dort auf der Wiese? Wer hüpft da durch die Äste? Wir helfen mit Infotafeln im Park (QR-Code) und einer Internet-Vogelfibel. Darin finden sich Informationen zu 40 Vogelarten, die bei uns im Stadtpark leben. Einfach den passenden Lebensraum (Gehölz, Wiese, Gewässer) auswählen, den Vogel anhand der Bilder bestimmen und mit einem Klick auf das Bild spannende Informationen zu der Art aufrufen. Auch die Rufe sind dabei, einfach ausprobieren, wir wünschen viel Freude: www.vogelinfo.guetersloh.de 

Fotos: Andreas Schäfferling

Gelesen – Gehört – Gesehen

Ich bin ein Star: Der Star ist Vogel des Jahres 2018. Der etwa amselgroße Vogel fällt durch sein purpurglänzendes Gefieder auf. Bekannt für den Star ist seine Stimmenvielfalt. Er kann andere Vögel imitieren und auch andere Geräusche nachmachen und in seinen Gesang einbauen. Die Populationsgröße in den vergangenen 20 Jahren hat um rund 20 % abgenommen. Dieser Rückgang ist vor allem auf die intensivierte Landwirtschaft und der damit verbundenen Artenverarmung z. B. in Wiesen und Feldern sowie den massiven Insektenrückgang zurückzuführen. Ein weiteres Problem ist der Rückgang verfügbarer Baumhöhlen. Der Star ist auf vorhandene Höhlen angewiesen, da er diese nicht selbst anlegen kann. Wer den Staren helfen möchte, kann Nisthilfen (Fluglochdurchmesser: 50 mm) im Garten aufhängen und Wiesen und Viehweiden als Nahrungsquelle erhalten.

Fotos: Larissa Siepmann

Immer weniger Insekten: Die Wissenschaft konnte in einigen Regionen einen dramatischen Artenverlust bei den Insekten von bis zu 75 Prozent in den letzten Jahrzehnten nachweisen. Nicht nur die Spezialisten unter den Insekten, die auf einen besonderen Lebensraum angewiesen sind, sind vom Artensterben bedroht, sondern auch sogenannte Allerweltarten sind massiv gefährdet. Gründe für den Rückgang sind die Verinselung von Lebensräumen und die hochintensive Landwirtschaft (Be-wirtschaftungsart, Pflanzenauswahl, Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln). Negative Auswirkun-gen des Insektenrückgangs auf Vögel oder Kleinsäuger sind vorhersehbar. Neben Änderungen in der Landwirtschaft ist eine naturnähere Gestaltung von Gewerbeflächen und auch Wohngebieten dringend erforderlich. Hinweise zur naturnahen Gartengestaltung finden Sie hier. 

Angesurft + Angeklickt

Plastik überall – Geschichte vom Müll: Eine äußerst sehenswerte Dokumentation über die Probleme, die durch unsere unkontrollierte alltägliche Plastiknutzung verursacht werden. Den Link zum Film finden Sie hier. 

Umwelttipps

Fotos: Stadt Gütersloh (oben),
Frauke Hille (unten)

Grillen ist angesagt: Das Grillen gehört zum Sommer. Doch beim Grillen können wir uns umweltverträglicher verhalten. So sollten wir auf unseren Fleischkonsum achten. Und wenn wir Fleisch kaufen, sollte es nach Möglichkeit aus Bio-Haltung stammen. Fleischproduktion belastet die Umwelt deutlich mehr als die Produktion von Gemüse und Obst. Weniger Fleisch oder der Verzicht auf Fleisch schont übrigens auch die Gesundheit. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum von Fleisch in Deutschland liegt aktuell doppelt so hoch wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen. Der Fleischrechner berechnet, wie Umwelt und Klima entlastet werden, wenn Fleisch durch Alternativen ersetzt wird. 

 

Umweltschutz für junge Leute

Mein Fußabdruck im Urlaub: Der Urlaub steht an? Vielleicht sollten wir auch einmal darüber nachdenken, welchen ökologischen Fußabdruck wir mit unseren alljährlichen Urlaubsaktivitäten hinterlassen. Muss es eigentlich das Flugzeug oder Auto sein oder lässt sich vielleicht auch der Zug oder Reisebus für die Anreise benutzen? Ist ein Strand in Übersee mit Flugzeuganreise unerlässlich oder tut es nicht auch einmal der Strand an Nord- oder Ostsee oder eine Campingreise zu einem Badesee? Bei Kreuzfahrten sollte bei der Reederei nachgefragt werden, ob Flüssiggas zumindest in den Häfen für das Kreuzfahrtschiff zum Einsatz kommt. Auch bei Hotels und Ferienwohnungen lassen sich einige Dinge zum Schonen der Umwelt berücksichtigen: neben der Auswahl des Urlaubsquartiers selbst und des Transportmittels dorthin natürlich unser eigenes Verhalten vor Ort, beim Essen und Trinken, bei den Freizeitaktivitäten oder hinsichtlich der Umweltbelange bzgl. Konsum, Abfall und Energie. Trotzdem viel Spaß bei der Urlaubsplanung, besonders auch bei der Urlaubsreise selbst. Lasst es euch gut gehen. 

Fotos: Delia Pörtner

Termine + Veranstaltungen

Energieberatung: Am 7. Juni, am 5. Juli und am 2. August finden unter dem Motto Haus sanieren – Energie sparen kostenlose und anbieterneutrale Beratungsgespräche statt. Themen sind u. a. Wärmedämmung, Heizungssanierung oder Stromsparen. Die halbstündigen Termine müssen vorab mit Bernd Ellger unter Tel. 01 63 – 8 18 42 70 vereinbart werden. Die Beratung findet beim Umweltamt (Rathaus III, Friedrich-Ebert-Straße 54) statt.

Kleinvieh macht auch Mist: Am 5. Juni referiert Architektin und Energieberaterin Brigitte Topmöller zum Thema „Dämmen – Was lohnt sich? – Einfach Energie sparen“. Beginn ist um 17.30 Uhr im Umweltamt (Friedrich-Ebert-Straße 54). Anmeldungen: Bernd Schüre, Tel. 0 52 41 – 82 20 89 

 

Kurz erklärt – Umweltwissen

Wenn die Garnele aus dem Pool kommt: Garnelen stehen bei vielen Deutschen regelmäßig auf dem Speiseplan, der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei etwa 1,5 kg Garnelen. Dabei kommt ein Großteil der Garnelen nicht aus der heimischen See, sondern 80 % der hierzulande verzehrten Garnelen kommen aus Asien. Dort werden die Garnelen meist in Aquakulturen gezüchtet. Aquakulturen sind Teichsysteme, für die häufig Mangrovenwälder gerodet werden. Zudem werden Aquakulturen nicht mit einem geschlossenen Wasserkreislauf betrieben, sodass Chemikalien, Futter und auch die Garnelen selbst, die dort normalerweise nicht vorkommen, die dortigen Gewässer beeinträchtigen. Neben diesen Beeinträchtigungen vor Ort kommt auch noch die Belastung des Klimas durch weite Transportwege hinzu. Daher sollten Sie beim Einkauf auf die Herkunft der Garnelen achten, eine Hilfestellung bietet der „Einkaufsratgeber Fisch“ von Greenpeace. 

Über den Tellerrand geschaut 

Wenn Wüsten weltweit wachsen: Die Ausbreitung der Wüsten wird als eines der großen Umwelt- und Entwicklungsprobleme des 21. Jahrhunderts gesehen. Wir nennen es Desertifikation, wenn in Gebie-ten mit relativ trockenem Klima die natürlichen Ressourcen (Boden, Vegetation, Wasser) als Folge zu intensiver Nutzung durch den Menschen beeinträchtigt oder zerstört werden. Die wichtigsten Eingriffe sind Überweidung, unangepasste ackerbauliche Nutzung und das Entwalden für Brenn- und Bauholz. Die weltweite Desertifikation durch den Bevölkerungsdruck und die intensive Nutzung von Trockengebieten nimmt gegenwärtig zu. Spanien ist zu 24 Prozent bewaldet. In Frankreich bedeckt der Wald noch 27 Prozent der Fläche, in der Bundesrepublik 30 Prozent. Gerade Spanien benötigt seinen Wald, denn die Mittelmeersonne verwandelt mit der Zeit jedes kahle Stück Boden sozusagen in Pulverstaub. 60 Prozent des Landes sind bereits versteppt oder dabei zu verkarsten. Und Wald ist extrem wichtig: er liefert enorme Mengen Sauerstoff, speichert ganz viel Wasser und bindet Staub. 

Gütersloher Artenkorb

Foto: J. Albrecht

Das Wiesenschaumkraut: Weiße bis zart violette Blüten des Wiesenschaumkrauts prägten früher häufig von April bis Juni/Juli das Erscheinungsbild nährstoffreicher Feuchtwiesen, die wie von weißem Schaum überdeckt zu sein schienen. Das Wiesenschaumkraut ist jedoch durch Entwässerung und Umwandlung des Grünlandes stark zurückgegangen, auch hier bei uns in Gütersloh. Es wächst als überwinternd grüne, ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15-55 cm. Die nektarreiche Pflanze ist nur für Bienen und Falter zugänglich und sie ist besonders bei Sandbienen und den Raupen des Aurorafalters beliebt. Als Standorte werden neben nährstoffreichen Feuchtwiesen Bruch- und Auwälder bevorzugt. Durch den Erhalt und eine angemessene Bewirtschaftung feuchter Wiesen kann die Ausbreitung der Art stark gefördert werden. Leider ist dies aber heute selbst in Naturschutzgebieten nicht mehr gewährleistet. In relativ feuchten Rasenflächen von Hausgärten und Parkwiesen kann das Wiesenschaumkraut vorkommen und gehalten bzw. gefördert werden, indem nicht vor der Fruchtreife (Juni/Juli) gemäht wird. 

 

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Herausgeber: Stadt Gütersloh, Fachbereich Umweltschutz, Friedrich-Ebert-Straße 54, 33330 Gütersloh 
Internet: www.umwelt.guetersloh.de Facebook: www.facebook.com/pages/Stadt-Gütersloh-Fachbereich-Umweltschutz 
Ansprechpersonen und Redaktion: Andrea Flötotto bzw. Bernd Schüre, Tel. 0 52 41 – 82 22 50 bzw. 82 20 89 
E-Mail-Anschriften: andrea.floetotto@guetersloh.de bzw. bernd.schuere@guetersloh.de 

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