Durchdacht

Ein neues Raumkonzept für fünf Personen…

 

…und eine energetische Komplettsanierung

 

„Als meine Schwiegereltern ihr Wohnhaus 2009 krankheitsbedingt verkaufen wollten, entschieden wir uns, das Haus zu übernehmen. Meine Frau und ich hätten im Prinzip gleich einziehen können“, sagt Martin Düker. „Es war genügend Platz da und mein Schwiegervater hatte im Laufe der Jahre einiges am Haus gemacht.“ Allerdings wollte das Ehepaar den Altbau von 1956 zunächst energetisch auf den neuesten Stand bringen. Ein zweiter großer Wunsch war es, im Erdgeschoss ein neues Raumkonzept zu entwickeln. Die Wohnfläche wurde zwar in den

Das neue Wohnraumkonzept im Erdgeschoss bietet Andrea und Martin Düker  mit ihren Kindern viel Platz.

Das neue Wohnraumkonzept im Erdgeschoss bietet Andrea und Martin Düker mit ihren Kindern viel Platz.

1980er Jahren durch einen Anbau auf 162 m2 vergrößert, die einzelnen Räume boten der bald fünfköpfigen Familie aber nicht genügend Platz. „Wir wussten anfangs noch nicht, was auf uns zukommt und wollten auch gar nicht so viel Geld investieren“, sagt Martin Düker. „Wir entschieden uns, Schritt für Schritt vorzugehen.“ Vor der Sanierung wurde das ganze Haus mitNachtspeicheröfen beheizt, die zwar den günstigeren Nachtstrom nutzten, aber trotzdem einen hohen Verbrauch und eine ineffiziente Wirkungsweise hatten. Auch das warme Wasser wurde elektrisch über Durchlauferhitzer erzeugt. „Davon wollten wir schnell loskommen und eine effiziente neue Heizungsanlage einbauen lassen“, sagt Andrea Düker. Das Ehepaar entschied sich für eine zentrale Luft-Wasser-Wärmepumpe, die im Keller des Hauses aufgestellt wurde. „Die Pumpe entzieht der Außenluft Wärme und funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie ein Kühlschrank. Nur wird bei der Wärmepumpe die warme Seite zum Heizen genutzt“, erläutert Martin Düker. Um die Heizungsanlage zu unterstützen, hat Familie Düker auf das nach Süden ausgerichtete Flachdach des Anbaus eine 11,5 m2 große thermische Solaranlage installiert. Die Sonnenenergie wird in einem 800-l-Pufferspeicher gespeichert. „In den Sommermonaten haben wir einen hohen Energieüberschuss. Ein größerer Speicher kam für unser Haus aber leider nicht in Frage, weil der Keller mit einer Deckenhöhe von 1,95 m die Auswahl stark eingegrenzt hat“, sagt Martin Düker. Das Ehepaar ist mit der neuen Heizungsanlage sehr zufrieden. „Sie ist komplett wartungsfrei und wir konnten unseren Heizwärmebedarf um 60 % reduzieren“, freut sich Andrea Düker. Im Erdgeschoss wurde im Zuge der kompletten Entkernung eine Fußbodenheizung eingebaut.

Im Erdgeschoss wurde im Rahmen der kompletten Entkernung eine Fußbodenheizung verlegt.

Im Erdgeschoss wurde im Rahmen der kompletten Entkernung eine Fußbodenheizung verlegt.

In der ersten Etage sind neue Heizkörper mit extra großer Fläche und einer niedrigen Vorlauftemperatur fürden Wärmepumpenbetrieb installiert worden. Als nächstes sollten die Kunststofffenster aus den 1980er Jahren gegen Fenster mit 90er-Profilen und 3-facher Verglasung getauscht werden. Die Rollläden sind heute motorbetrieben und durch einen Styroporkasten isoliert. „Energetisch machten sich die neuen Fenster sofort bemerkbar, weil wir weniger heizen mussten“, sagt die Hausbesitzerin. „Nur bekamen wir jetzt Probleme mit Stockflecken an den Wänden, weil das Haus durch die neuen Fenster dicht war und wir nur noch einen geringen Heizbedarf hatten.“ Dazu kam die schlechte Dämmung der Außenwände, was zur Folge hatte, dass die Luftfeuchtigkeit an den kalten Wänden kondensierte. Aus diesem Grund entschied sich Familie Düker bereits jetzt für weitere Sanierungsmaßnahmen. „Die Fassade des Altbaus hatte nur einen 5 cm dicken Wärmeputz und der Anbau war unter den Klinkern mit gerade einmal 4 cm Glaswolle gedämmt“, sagt Andrea Düker. Um die komplette Hausfassade einheitlich dämmen zu können und um Kältebrücken zu vermeiden, entfernte Herr Düker zunächst den Klinker vom Anbau. Anschließend wurde eine 20 cm starke Schicht eines WDVS aufgeklebt. „Auf die Fassade des Altbaus haben wir 12 cm starke Platten des WDVS aufgeklebt und mit Dübeln befestigt“, so Martin Düker. Das komplette Wohnhaus bekam eine neue einheitliche Fassade aus feinkörnigem, weißem Putz.

Aus optischen Gründen wurden die Dachüberstände um jeweils zwei Reihen nach vorne und hinten erweitert.

Aus optischen Gründen wurden die Dachüberstände um jeweils zwei Reihen nach vorne und hinten erweitert.

Aus optischen Gründen wurde jetzt noch der Dachüberstand um jeweils zwei Reihen nach vorne und hinten erweitert. „Die Dämmung des Daches lag uns auch am Herzen, denn der Spitzboden war nur mit einer 10 cm dicken Schicht aus Glaswolle isoliert“, so Martin Düker. Im ersten Obergeschoss waren die Sparren mit Bimsstein ausgemauert. Heute ist das Dach mit 22 cm Glaswolle als Zwischensparrendämmung und eingebauter Dampfsperre gedämmt. Das Flachdach des Anbaus bekam eine Dämmung aus 12 cm dicken Hartschaumplatten. „Dann erfüllten wir uns noch den Traum einer Lüftungsanlage“, sagt Andrea Düker. „Das System ist super, weil in jeden Raum automatisch frische Luft kommt – vor allem, wenn das Haus so dicht ist. Seitdem haben wir auch keine Sorgen mehr mit Stockflecken. Im Badezimmer trocknen die Handtücher schneller und wir haben keine Probleme mehr mit Schimmel in den Silikonfugen. Die Lüftungsanlage ist pflegearm, wir müssen nur ab und zu den Filter auswechseln.“ Zum Nachweis der Dichtigkeit der Gebäudehülle haben wir nach Abschluss der Sanierungsarbeiten einen Blower-Door-Test durchführen lassen.

Bevor die Hausfassade einheitlich  gedämmt werden konnte, wurden  zunächst die Klinker des Anbaus  entfernt.

Bevor die Hausfassade einheitlich gedämmt werden konnte, wurden zunächst die Klinker des Anbaus entfernt.

Er war Voraussetzung für die Förderung durch das Land NRW. „Innen haben wir das Haus komplett entkernt und von Grund auf saniert“, sagt Martin Düker. Durch das Zusammenlegen von Küche und Bad ist ein großes Badezimmer entstanden. Ein Durchbruch zum Anbau sorgt für einen offenen, hellen Wohn-Essbereich mit Blick in den Garten. Bodentiefe Fenster und die Terrasse mit Glasvordach sorgen für viel Licht. „Wir haben das Haus von einem schlechten Zustand auf Neubauniveau gebracht. Alle Räume und sogar die Flure sind gleichmäßig warm und der Wohnkomfort ist erheblich gestiegen. Es war eine Menge Arbeit, die sich gelohnt hat.“

 

 

Übersicht Düker
Baujahr:1956
Wohnfläche:162 m2
Jährlicher Energiebedarf
vor der Sanierung:22.748 kWh Gas
Sanierungsmaßnahmen:• Neue Raumaufteilung
• Zwischensparrendämmung des Satteldaches mit Querauflattung
• Dämmung der Kellerdecken
• Dämmung der Außenwände mit 17 bzw. 20 cm EPS, WLG 035
• Erneuerung der Fenster mit 90-mm-Profilen und 3-fach-Verglasung, U-Wert 0,8
• Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe
• Einbau einer thermischen Solaranlage 11,5 m2 mit 800-l-Pufferspeicher
• Einbau Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zusätzlich 12 cm Mineralwolle (insgesamt jetzt 22 cm)
• Decken in den Zimmern auf 2,64 m abgehängt
• neue Fenster, U-Wert = 1,1 W/qmK
• CO2-Reduzierung von 70 kg/m2 und Jahr
Kosten der Sanierung:96 500 Euro (ohne Innenausbau)
Energieeinsparung/
Nebenkostenersparnis
pro Jahr:
60 Prozent
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