Gespart

Altbau mit Neubau kombiniert:

Auf mehr Wohnfläche möglichst wenig Energie verbrauchen

 

Das alte Wohnhaus und das Werkstattgebäude wurde durch einen Anbau  miteinander verbunden

Das alte Wohnhaus und das Werkstattgebäude wurde durch einen Anbau
miteinander verbunden

Bis vor einigen Jahren bewohnte Familie Bermpohl ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1955. „Mein Großvater hatte sein damaliges Wohnhaus, das im Krieg durch Bomben beschädigt wurde, wieder aufgebaut und wir lebten dort in dritter Generation“, sagt Herr Bermpohl. Die Fenster waren einfach verglast und an der verputzten Außenfassade, dem Dach und den Geschossdecken fehlte jegliche Isolierung. Außerdem war das Kanalsystem an einigen Stellen defekt. Das Ehepaar dachte zunächst über einen Abriss mit anschließendem Neubau nach, da auch die Wohnfläche von 105 m2 für die wachsende Familie auf Dauer nicht ausreichen würde. Der Altbau überzeugte aber durch eine sehr gute Bausubstanz. Die zweischalig aufgebauten Außenwände zeigten sich in einem guten Zustand und der Vollkeller des Hauses war trocken. Neben dem Wohnhaus befand sich eine alte Werkstatt mit integrierter Garage, die die Familie gern erhalten wollte. „Wir entschieden uns für eine gründliche Sanierung und Modernisierung sowie eine Vergrößerung der Wohnfläche mit mehr Komfort. Allerdings immer mit dem Ziel, zukünftig mit möglichst wenig Energie auszukommen“, erläutert der Bauherr. Der Altbau sollte durch Anbauten vergrößert werden und das alte Gebäude größtenteils bestehen bleiben. Familie Bermpohl wollte dem alten Wohnhaus ein neues, modernes Gesicht verleihen. Dafür wurde rechts und links an das alte Haus jeweils ein farblich abgesetzter Flachdachquader gesetzt.

Der neue Eingangsbereich ist  in einem großzügigen Anbau  untergebracht, der gleichzeitig  als Verbindung  zum Werkstattgebäude dient.

Der neue Eingangsbereich ist in einem großzügigen Anbau untergebracht, der gleichzeitig als Verbindung zum Werkstattgebäude dient.

Durch eine Verlängerung des Altbaus konnte die direkte Verbindung mit dem Werkstattgebäude und der dahinter liegenden Terrasse erreicht werden. „Unsere Kinder können durch die bauliche Abtrennung des Gartens zur Straße hin prima draußen spielen“, freut sich Frau Bermpohl. „Wir haben deutlich an Wohnfläche gewonnen und wohnen heute mit vier Personen auf 240 m2. Die große Fläche ist jedoch auch der Tatsache zu verdanken, dass die vorgegebene Lage vom alten Wohnhaus zur Werkstatt keinen anderen sinnvollen Umbau zuließ.“ „Unser Ziel war es immer, energetisch auf Neubaustandard zu kommen“, erläutert Herr Bermpohl. „Früher hatten wir eine Gasheizung, die uns in dem unisolierten Haus viel Geld gekostet hat. Um Kosten zu sparen, haben wir die Heizung nachts auf Frostschutz gestellt, und morgens wurden wir dann natürlich manchmal von 8 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 78 % in der Küche überrascht.“ Im Rahmen der Sanierung entschied sich Familie Bermpohl für einen Holzpelletofen mit Pufferspeicher und eine Röhrenkollektoranlage zur Unterstützung der Heizung und Warmwasseraufbereitung. „Es war uns wichtig, eine zukunftsorientierte, schadstoffarme und brennstoffsparende Heizungs- und Warmwassertechnik zu bekommen“, so Herr Bermpohl, „den Pufferspeicher von 1.000 l würden wir heute vermutlich größer auswählen.“ Die Röhrenkollektoren wurden nicht wie üblich auf dem Dach installiert, weil die Ausrichtung in Ost-West-Richtung ungünstig war. Stattdessen stehen sie im Garten in Südrichtung. „Ein Pelletofen hat einen erhöhten Reinigungsbedarf, man muss sich deutlich mehr darum kümmern als zum Beispiel um eine Gasheizung. Aber wir würden uns immer wieder dafür entscheiden“, sagt Herr Bermpohl. „Auch wenn man nicht außer Acht lassen darf, dass immer von C02-neutral gesprochen wird. Das stimmt so nicht, denn der Herstellungsprozess sowie der Transportweg verursachen auch C02.“ Im neuen Teil des Hauses wurde überall Fußbodenheizung verlegt, im alten Teil sind die Heizkörper geblieben.

Die alte Hausfassade wurde  mit einem  Wärmedämm-Verbundsystem  (Stärke 250 mm) gedämmt.

Die alte Hausfassade wurde mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (Stärke 250 mm) gedämmt.

Besonders am Herzen lag der Familie auch eine vernünftige Dämmung der Außenwände. Sie entschied sich für ein Wärmedämm-Verbundsystem in der Stärke 250 mm, also deutlich höher als Standard. Zwar gab es durch den zweischaligen Aufbau eine geringe Hohlschicht, diese hätte aber durch Schutteinwurf nur unzureichend verfüllt werden können. Nachdem alle Kellerfenster zugemauert wurden, konnten die Kellerwände mit einer 220 mm starken Perimeterdämmung bis in ein Meter Tiefe versehen werden. „Bei der oberen Geschossdecke sowie den Dachschrägen haben wir uns für eine Einblasdämmung aus Zellulose entschieden. Der größte Vorteil der Zellulose ist, dass man sie bis in jede Ecke einblasen kann.“ Das gesamte Dach wurde weiterhin mit 60 mm starken Gutexplatten isoliert. „Das Einpacken des Hauses hat sich sofort bemerkbar gemacht. Jetzt haben wir es endlich angenehm und vor allem gleichmäßig warm“, freut sich Frau Bermpohl.Dass mehr Tageslicht in den neuen Wohnbereich fällt, ist einer großen Fensterfront mit Schiebetür zu verdanken, die das Haus zum Garten hin öffnet.

Zur Gartenseite hin entstand durch eine große Fensterfront der lichtdurchflutete  Wohn-Essbereich.

Zur Gartenseite hin entstand durch eine große Fensterfront der lichtdurchflutete
Wohn-Essbereich.

„Erst hatten wir Sorge, dass das Haus durch die dreifach verglasten Fenster zu dicht wird und es Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel geben könnte“, sagt Herr Bermpohl. Daher wurde vorsorglich bei den Umbaumaßnahmen ein Rohrsystem für eine Lüftungsanlage im Haus verlegt. Aufgrund des ausgeglichenen Klimas im Haus war die vollständige Installation der Lüftungsanlage nicht notwendig. Zur Straßenseite hin konnte durch die Dreifachverglasung dem Schallpegel deutlich entgegenwirkt werden. Die Rolllädenkästen wurden nach außen verlagert, damit keine Kältebrücken entstehen und der Fensterbereich vernünftig gedämmt werden kann. Mit der neuen Heizung und den übrigen Energieeinsparungsmaßnahmen konnte Familie Bermpohl etwa 80 % Energie einsparen.

Übersicht Bermpohl
Baujahr:1955
Wohnfläche:240 m2
Jährlicher Energiebedarf
vor der Sanierung:20.000 kWh Gas
Sanierungsmaßnahmen:• Komplettsanierung des Altbaus und Anbau zur Wohnraumerweiterung
• Isolieren der Außenwände mit 250-280 mm WDVS, WLG 035
• Dach mit 60 mm Gutexplatte
• Obere Geschossdecke mit Isofloc und Mineralwolle, WLG 035
• Keller im Erdbereich mit Isofloc
•Röhrensolaranlage zur Heizungs- und Brauchwasserunterstützung
• Holzpelletheizung
• 3-fach verglaste Fenster

Kosten der Sanierung:ca. 185.000 € (ohne Innenausbau)
Energieeinsparung/
Nebenkostenersparnis
pro Jahr:
80 Prozent
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