Kombiniert

Für vier Generationen:

Ein Niedrig-Energiehaus zum Leben und Arbeiten

 

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Die alte Schwerkraftheizung wurde durch eine neue Gasheizung ersetzt, die aber nur wenige Monate im Jahr gebraucht wird.

Als Daniel und Teresa Szturmaj das Mehrfamilienhaus 2007 kauften, entschied sich das Ehepaar für eine gründliche Sanierung. Bis auf die dünne Fassade an den gemauerten Ziegelwänden gab es keine Isolierung. Das Dach und die alten Fenster waren undicht, so dass der Lärm der stark befahrenen Herzebrocker Straße in den Räumen des Hauses unerträglich war. In einem Anbau, der in den 1980er Jahren an das Haupthaus angesetzt wurde, befand sich im Erdgeschoss noch ein Friseurgeschäft. „Überzeugt hat uns die Lage des Hauses, weil ich mir in den Räumen des Salons meine Fahrschule einrichten wollte“, sagt Daniel Szturmaj. „Durch die vielen vorbeifahrenden Autos brauchte ich mir kein großartiges Werbekonzept zu überlegen.“ In erster Linie wollte Familie Szturmaj aber ein Zuhause schaffen, in dem vier Generationen leben können.

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Im kompletten Haus hat Familie Szturmaj eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert. Die Fenster zur stark befahrenen Straße können geschlossen bleiben.

Nach umfangreicher Energieberatung entschieden sich Daniel und Teresa Szturmaj für eine komplette Entkernung sowie Isolierung des gesamten Hauses mit einem 16 cm dicken Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS). „Das Thema „Energieausweis“ wurde immer konkreter, so dass es durchaus sinnvoll war, jetzt einmal tiefer in die Tasche zu greifen“, so Herr Szturmaj. Dem Ehepaar war es sehr wichtig, dass das Haus auch nach der Sanierung sein Gesicht behält. „Zum Glück hatte ich schon einmal eine Haushälfte mit gebaut und auch als Jugendlicher Erfahrungen auf dem Bau gesammelt. Davon konnte ich viel profitieren“, so Daniel Szturmaj.

 

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Teresa und Daniel Szturmaj sind glücklich und stolz auf ihr neues Zuhause.

Der Dachboden diente bislang als Möbellager und war eine kalte Abstellkammer mit einfacher Holzdecke. „Erst wollten wir das Dachgeschoss provisorisch mit Rigips-Platten verkleiden. Da aber auch die Dachpfannen schon sehr alt waren und es einige undichte Stellen gab, wäre die Investition umsonst gewesen. Also musste es ein Rundumschlag werden“, erklärt der Bauherr. Um im Dachgeschoss eine dritte Wohneinheit mit angenehmer Stehwandhöhe errichten zu können, musste der Giebel um 1,30 m angehoben werden. „Wir haben selbst eine Zeit lang unter einer Schräge gewohnt und wussten, wie unangenehm heiß es im Sommer unterm Dach werden kann.“ Daher entschied sich das Ehepaar für eine Aufdachdämmung mit einer 160 mm dicken Schicht aus Styropor-Platten, die schuppenartig unter die Dachpfannen gelegt werden. Die eintreffende Wärme wird aus dem Dachraum herausgehalten. Zusätzlich kam noch eine 180 mm starke Zwischensparrendämmung mit Glaswolle dazu. „Der Sommer ist da oben nicht mehr zu spüren“, sagt Herr Szturmaj. „Unsere Tochter wohnt jetzt mit ihrer Familie im Dachgeschoss. Die alten Holzbalken haben wir aus optischen Gründen teilweise belassen. Durch den Einbau von zwei Dachgauben mit Flachdach und einer großen Dachterrasse ist es hell und gemütlich.“ Um den Energiestandard eines Niedrigenergiehauses erfüllen zu können, wurden neben den alten Türen auch die alten undichten Fenster ausgetauscht. „Wir haben uns für neue Kunststofffenster mit doppelter Schallisolierung und einem U-Wert von 1,0 entschieden“, sagt Herr Szturmaj, „wenn wir heute auf die stark befahrene Straße schauen, ist das wie in einem Stummfilm.“ Eine Lüftungsanlage mit 96 % Wärmerückgewinnung sorgt für gefilterte Frischluft im gesamten Haus, so dass die Fenster geschlossen bleiben können. Die Filter sind auswechselbar und sogar für Allergiker geeignet. „Die alten Rolllädenkästen haben wir bewusst rausgerissen, zu Gunsten größerer Fensterflächen für mehr Licht und eine bessere Dichtigkeit. Ein Blower-Door-Test hat gezeigt, wo noch Undichtigkeiten im Haus vorhanden sind. So ein Test ist sehr sinnvoll und kostet ca. 500 €.“

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In dem komplett sanierten Wohnhaus leben heute vier Generationen. Im Erdgeschoss ist die Fahrschule von Herrn Szturmaj untergebracht.

Die alte Heizung funktionierte noch mit Schwerkraft und das Wasser wurde durch dicke, unisolierte Rohre in die einzelnen Gussradiatoren transportiert. „Hinter den Heizkörpern waren die Wände nur noch 8 cm dick, so dass wir die Straße mitbeheizt haben.“ Der atmosphärische Heizkessel mit seiner nicht steuerbaren Leistung von 30 kW war für das Haus überdimensioniert, so dass Szturmajs sich für eine komplett neue Anlage entschieden. Im ganzen Haus sorgt jetzt eine Fußbodenheizung für ein behagliches Wohngefühl. Dafür wurden die alten Holzböden entfernt, die Kellerdecke isoliert und neuer Estrich verlegt. „Mir war es sehr wichtig, dass ich Sonnenenergie zum Heizen nutzen kann. Wir haben Solar-Vakuumröhrenkollektoren auf dem Dach installiert. Da mussten wir uns etwas einfallen lassen, um für die Fußbodenheizung eine Vorlauftemperatur von 35 °C erreichen zu können. Wir haben dann 2.600 m Rohr in zwei cm Dicke im Estrich verlegt.“ Zwei 750-l-Pufferspeicher nehmen Sonnenenergie auf, um das gesamte Haus damit zu beheizen und um warmes Wasser aufzubereiten. Die Gasheizung bleibt drei Viertel des Jahres aus.

 

Übersicht Szturmaj
Baujahr:1938
Wohnfläche:310 m2
Jährlicher Energiebedarf
vor der Sanierung:Vor der Sanierung war das Haus unbewohnt
Sanierungsmaßnahmen:• Isolierung der Hausfassade mit 160 mm WDVS
• neues Dach mit 160 mm Aufdachdämmung und 180 mm Zwischensparrendämmung
• Kellerdecke mit Koolthermdämmung WLG 022
• Mehrkammerfenster U-Wert 1,0 (Schallschutz)
• Solaranlage 20 m2 Paradigma
• Gas-Brennwertheizung mit Latentwärmenutzung
• Lüftungsanlage mit 96 % Wärmerückgewinnung
• barrierefreies Badezimmer
Kosten der Sanierung:60.000 € (ohne weitere Modernisierungskosten)
heutiger Verbrauch26.700 kWh bei einer Fläche von 230 m2 Wohnung und 70 m2 Fahrschule

 

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