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Wärmedämmung der Außenwand

Ungedämmte Außenwände führen in der kalten Jahreszeit zu unbehaglichem Temperaturempfinden. So stellt sich bei -10°C draußen eine Oberflächentemperatur von gerade mal 14°C innen auf der Wand ein. Auch mehr als 23°C Raumlufttemperatur können dann keine Behaglichkeit vermitteln. Wird dieselbe Wand wärmegedämmt, steigt die Temperatur auf der Wandoberfläche an, behaglich wird es nun auch mit niedrigeren Raumlufttemperaturen.
Sitzt man dagegen vor einer großen einfach verglasten Fläche (wie z. B. in einem Wintergarten), ist es selbst bei noch höheren Raumlufttemperaturen unbehaglich. Die Scheibe strahlt einfach zu viel Kälte ab. Mit Wärmeschutzglas ist dagegen mehr Behaglichkeit zu erreichen.
Ursache ist unser Temperaturempfinden: wir spüren nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch die Strahlungstemperatur von kalten Wänden und Fenstern.

Außenwand heute

Art der nachträglichen Dämmung

verputzte Fassade

Außenwanddämmung mit Thermohaut
(Wärmedämmverbundsystem) oder
hinterlüfteter Fassade von außen

Mauerwerk mit Luftschicht
(größer als 5 cm)

Verfüllen der Luftschicht mit einem
Schüttdämmstoff oder Einblasdämmstoff
(nur bei schadensfreiem Mauerwerk zu empfehlen!)

Sichtfassade, Klinker

wenn Außenwanddämmung von außen nicht möglich,
Innendämmung (vorher unbedingt informieren!)

 Mit hohen Raumtemperaturen steigen die Wärmeverluste eines Hauses entsprechend an. In Altbauten, insbesondere bei kleineren Gebäuden strömt dann mehr als ein Drittel der Wärme durch die Außenwand.
Als nachträgliche Verbesserung des Wärmeschutzes der Außenwände gibt es verschiedene Möglichkeiten, die anschließend beschrieben werden.
Die Tabelle unten gibt einen Überblick über Dämmstoffdicken und ungefähre Kosten. Die genauen Dicken und Kosten müssen jeweils im Einzelfall ermittelt werden. Wenn Förderprogramme (Bund, Land, Stadt) in Anspruch genommen werden sollen, müssen Sie sich vorher über die damit verbundenen Mindeststärken der Wärmedämmung informieren.

Typ der Dämmung

Dicke in cm (1)

Empfehlung mind. cm

Kostenrahmen

Thermohaut

6 - 8

10 und mehr (2)

7 - 100 €/m2

hinterlüftete Fassade

6 - 8

10 und mehr

ab 100 €/m2

Kerndämmung
Verfüllen der Luftschicht

Dicke der vorhandenen Luftschicht
Beispiel bei ca. 7 cm Luftschicht

ca. 18 €/m2
ca. 18 €/m2

Innendämmung

6

8

ab 22 €/m2

(1) Die Energieeinsparverordnung 2002 schreibt Mindeststandards vor, wenn nachträglich
gedämmt wird
(2) Da die Kosten für den Dämmstoff nur einen Teil der Gesamtkosten ausmachen, sind auch größere Dämmstoffstärken möglich.

Über die spätere Energieeinsparung entscheidet allerdings nicht nur die Dämmstoffstärke. Bei wärmegedämmten Außenwänden spielen Wärmebrücken eine große Rolle.
Bei nachträglicher Dämmung der Außenwand von außen müssen daher die Details ausführlich geplant werden. Unter anderem müssen die folgenden Fragen beantwortet werden:

  • Reichen die Dachüberstände?
  • Wie werden die Fensterbänke nach der Dämmung angepasst?
  • Wie wird die Wärmebrücke Innen-/Außenfensterbank verhindert?
  • Müssen die Regenfallrohre vor die neue Dämmung gesetzt werden?
  • Wie werden Anschlüsse zu Anbauten abgedichtet und als Wärmebrücke ,,entschärft"?
  • Wie werden Fensternischen und Fensterstürze sowie Fensterbänke gedämmt?
  • Wie weit soll die Wärmedämmung über den Sockel (ggf. ins Erdreich) gezogen werden?

Je nach Bauausführung und Umfang der Maßnahmen sind weitere Details zu beachten. Sprechen Sie deshalb rechtzeitig mit dem nergieberater über Ihr Vorhaben.

Werden nachträgliche Verbesserungen der Außenwand durchgeführt, sollten stets die Fenster in die Betrachtung einbezogen werden. Fehler reduzieren den Nutzen der Wärmedämmung und können zu erheblichen Folgekosten führen. Zwei empfehlenswerte Lösungen sind unter dem Kapitel Fenster weiter hinten dargestellt.

Bei einer nachträglichen Dämmung von zweischaligem Mauerwerk (häufig bei Wohngebäuden, die zwischen 1920 und 1950 errichtet wurden) ab einer Luftschichtdicke von ca. 5 cm muss auf eine möglichst vollständige Verfüllung geachtet werden. Insbesondere der Brüstungsbereich unter Fenstern stellt eine häufige Schwachstelle dar. Rollladenkästen sollten vor dem Einbringen von Dämmstoff auf Dichtigkeit überprüft und ggf. abgedichtet werden. Feuchteschäden und Risse im Mauerwerk müssen auf jeden Fall vor Durchführung der Dämmmaßnahme beseitigt werden.

Bei denkmalgeschützten Gebäuden und erhaltenswerten Fassaden stellt die Innendämmung häufig die einzige Möglichkeit zur wärmetechnischen Verbesserung dar. Bevor Sie hier erste Schritte unternehmen, sollten Sie sich ausführlich beraten lassen. Denn es sind einige Fehler möglich, die später zu Bauschäden führen können.
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