Fallbeispiel 3

Die 50er Jahre in die Gegenwart gebracht:
Kaups haben trotz Sanierung das Gesicht des Hauses stilecht bewahrt

Das Siedlungshaus des Ehepaars Elke und Friedel Kaup stammt aus dem Jahr 1954. Es ist in eher untypischer Bauweise errichtet. Statt mit zeittypischen Hohlwänden, deren Zwischenräume sehr preisgünstig mit Zellulose verfüllt werden können, ist es in einemBimsstein-Mauerwerk ausgeführt. “Da war eine eher kostenintensive Außenwand-Dämmung nötig”, berichtet Architektin Brigitte Topmöller. 1984 waren zwei Gaskessel mit je 20 kW und einem Warmwasserspeicher von 115 Litern eingebaut worden. Das ursprünglich als Zweifamilienhaus geplante Objekt hatte in den 90er Jahren bereits neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung erhalten. Bis auf diese Fenster entsprach keinBauteil den heutigen Anforderungen.

Die Architektin hat das Ehepaar vor der energetischen Sanierung beraten, ein Gutachten erstellt und auch bei der Antragstellung für Fördermittel unterstützt. “Die individuellen Einsparpotenziale eines jeden Hausesindividuell auszuloten ist Aufgabe aller Architekten und Ingenieure, die sich beim Gütersloher KlimaTisch engagieren”, sagt sie.Kaups wollten mit der Sanierung des Hauses den Neubaustandard erreichen, auch um öffentliche Fördermittel wie das KfW-Darlehen zur Gebäudesanierung in Anspruch nehmen zu können und den Teilschuldenerlass zu erhalten. Wer es schafft, 50 Prozent seines bisherigen Kohlendioxidausstoßes einzusparen, erhält von der Stadt zusätzlich einen Zuschuss über 2.000 Euro. Bei einem Kostenaufwand von rund 60.000 Euro einattraktiver Pluspunkt für das Finanzierungskonzept.

Friedel Kaup: “Also haben wir uns dazu entschlossen, das Haus einmal richtig zu sanieren.” Außenwand- und Kellerdecken-Dämmung, Vergrößerung der Sparren und Einarbeiten bzw. Auflegen eines neuen zweischichtigen Dach-Isoliersystems aus Mineralwolle und Polystyrol-Platten nebst neuer Dacheindeckung und eine Solaranlage zur Unterstützung der Brauchwassererwärmungwaren die großen Gewerke. Das Dach war zwar schon vorher etwas gedämmt, nach heutigem Standard aber viel zu wenig. Außerdem fehlte die Dämmung im Spitzboden komplett. Elke Kaup charakterisiert die Dacharbeiten so: “Unser Haus trägt jetzt eine schöne warme Mütze.” Durch die Sanierung wurden die Verlängerungen der Dachüberstände und natürlich neue Fensterbänke fällig; außerdem musste einer der beiden Schornsteine abgebaut werden. Den Sockel des Hauses hat das Ehepaar Kaup ebenfalls saniert. Hier wurde ein in der Qualität höherwertiges Dämmmaterial gewählt, das dafür 2 cm schmaler als die Wandverkleidung ist. So entstand unten eine Tropfkante, damit das von der Wand ablaufende Regenwasser nicht ins Erdreich fließen und dann eventuell hinter die Dämmung drücken kann. Zur zusätzlichen Sicherheit erneuerten die Bauherren die Drainage rund ums Haus.

Familie Kaup profitiert von den jetzt deutlich geringeren Nebenkosten selbst nicht direkt. Ihr 106 m2 großes Haus haben sie an eine Familie mit drei Kindern vermietet. “Gerade bei einer Familie mit Kindern rechnet sich bei einer Neuinstallation der Heizungsanlage der Einbau einer Solaranlage. Denn hier wird viel warmes Wasser verbraucht. Dann kann man auch prima die Waschmaschine ans warme Wasser anschließen”, gibt Brigitte Topmöller zu bedenken. “Unser Haus ist nun technisch in einem einwandfreien Zustand. Das wird sich immer gut vermieten lassen”, ist Friedel Kaup sicher. Denn auch optisch hat das Haus gewonnen, obwohl oder gerade weil es in seinem Stil so belassen wurde, wie es war. Der Eingang ist der gleiche wie vorher, es ist immer noch ein deutlich erkennbarer Sockelmit Tropfkante zu sehen und sogar die Gesimse unter dem Dachüberstand wurden beibehalten. Eine stilechte Sanierung, die bis zu 69 Prozent des bisherigen Energieverbrauchs einsparen hilft.

Übersicht Kaup
Baujahr:1954
Wohnfläche:106 m²
A/V-Verhältnis:1,04
Jährlicher Energiebedarf
Vor der Sanierung:46.550 kWh
Sanierungsmaßnahmen• Außenwanddämmung mit 14 cm Dämmung, WLG 035
• Dachdämmung als Aufdachdämmung 11 cm (Mineralwolle und Polystyrol),WLG 025
• Dämmung der Kellerdecke mit 5 cm, WLG 025
• Neue Heizkörper
• Neuer Gas-Brennwertkessel mit Solaranlage für Warmwasserbereitung
Kosten mit Nebenkosten (neues Dachfenster, Verlängerung der
Dachüberstände, Regenrinnen, Drainage etc): 60.000 Euro
Energieeinsparung/
Nebenkostenersparnis
pro Jahr:
69 Prozent
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