Fallbeispiel 4

Sekt statt Selters: Maria Liemke entschied sich für die Komplettsanierung, um in zehn Jahren als Rentnerin in einem gut sanierten Haus leben zu können

Maria Liemke und Architekt Ulrich Honigmund freuen sich über das gute Ergebnis der energetischen Sanierung. Die beiden stehen unter dem Balkon, der ebenfalls vorschriftsmäßig von allen Seiten gedämmt wurde.

Die Renovierung des Inneren ihres Hauses hatte Maria Liemke gemeinsam mit ihrem Bruder Siegfried schon in den vergangenen Jahren begonnen. Dann stand die Erneuerung der Ölheizung bevor. Als sie in der Tageszeitung einen Bericht über den Einbau einer Erdwärmepumpe in ein Wohnhaus in Verl-Sende las, war ihr sofort klar, dass sie bei einer energetischen Sanierung solch eine moderne Heizung für sich wollte, die sich mit regenerativer Energie speist. Da in ihrem Drei-Parteien-Haus auch der Ausbau der Dachgeschosswohnung bevorstand, machte sie Nägel mit Köpfen und nahm die energetische Komplettsanierung in Angriff. “Das günstige KfW-Darlehen wollte ich nutzen, also gab es Sekt statt Selters”, sagt sie und schmunzelt. Ihre Vorstellung: “Wenn ich Rentnerin bin, will ich von der Rente noch etwas zum Leben übrig behalten und nicht alles in die Nebenkosten stecken müssen.”

Ebenfalls über die Tageszeitung erfuhr sie, dass der Sohn des Architekten, der in den 60er-Jahren den Neubau Ihres Hauses betreut hatte, als Architekt energetische Sanierungen begleitet. So kam der Kontakt zu KlimaTisch-Mitglied Ulrich Honigmund zustande. “Mit dem Gutachten kamen dann die zur Sanierung nötigen Summen auf den Tisch”, sagt Maria Liemke, die auch ihr Erspartes aufwendete. Das 228 m2 Wohnfläche bietende Haus erhielt außen eine Verkleidung mit einem 14 cm starken Wärmedämm- verbundsystem. Ulrich Honigmund: “Lobenswert war, dass Frau Liemke auch die verklinkerten Giebelwände verkleiden ließ. Viele Hausbesitzer scheuen sich davor, verklinkerte Wände zu dämmen, da Klinkersteine das Äußere eines Hauses in besonders hohem Maße bestimmen.”

Am 3. November wurde mit den Bauarbeiten begonnen, am 19. Dezember waren die groben Bauarbeiten am Haus von Maria und Siegfried Liemke abgeschlossen: Heizung, Dämmung, Dach, Fenster und Photovoltaikanlage.

Die alte Ölheizung mit einer Leistung von 45 kW musste im Keller mit dem Schweißbrenner in Einzelteile zerlegt werden, um überhaupt nach draußen transportiert werden zu können. Honigmund: “Früher war es üblich, die Heizung in den Keller zu stellen und dann einfach die Decke darüber zu betonieren”. Die neue Anlage, eine Erdwärmepumpe, muss mit 14,8 kW nur noch ein Drittel der Leistung erbringen. Für die Sonden wurden im Vorgarten der Eigentümerin zwei 88 Meter lange Bohrungen gespült. Ein 800 Liter fassender Pufferspeicher nimmt die Erdwärme auf, um sie bei Bedarf abzugeben. Maria Liemke hat ihre Heizungsanlage mit einer Luftwärmepumpe ergänzt. Diese Heizungsart entzieht der Umgebungsluft Wärme, die sie der Brauchwasser- erwärmung in einem 300 Liter-Speicher zur Verfügung stellt.

Das Dach hat Maria Liemke mit ihrem Bruder Siegfried komplett neu geplant. Dachgauben mit zum Teil bodentiefen Fenstern verbesserten die Wohnqualität erheblich. Beim Umbau empfahl ihr Ulrich Honigmund, besondere Träger, so genannte TJI-Träger, aus einer Holzkonstruktion zu verwenden. Sie bringen mit einer Stärke von 240 mm die richtige Größe mit, um das Dach mit Zellulose-Dämmung dämmen zu können. “Zellulose-Dämmung ist bei der Dachdämmung ideal geeignet”, sagt Honigmund. “Sie ist preiswert einzubringen und erreicht wirklich jede Lücke, jeden Spalt, der nun mal bei den Holzbalken-Konstruktionen im Dachausbau entstehen. Da Zellulose ein deutlich höheres Eigengewicht als Mineralwolle hat, schützt sie nicht nur vor Auskühlung, sondern andersherum auch gut gegen Hitzeeinwirkung im Sommer.” Über diesen Punkt konnte sich Maria Liemkes Bruder bereits freuen. Bei weit über 30 Grad Außentemperatur stieg die Innentemperatur unterm Dach auf maximal 22 Grad an.

Gelungen findet Ulrich Honigmund auch, dass der Balkon fachgerecht gedämmt wurde. Dies ist keine Selbstverständlichkeit. Dazu wurde der Balkon von unten, stirnseitig von vorne und von oben gedämmt. Für Maria Liemke persönlich war die Installation einer
Photovoltaik-Anlage aber wichtiger. Die 54 Module sparen zwar keine Energie in ihrem Haus ein, liefern aber welche. Den Strom speist sie ein und erhält dafür eine Vergütung: Eine Investition in die Zukunft.

Die Erdwärmepumpe bezieht ihre Wärmeenergie über zwei achtundachtzig Meter tief gebohrte Erdsonden. Ein großer Pufferspeicher mit 800 Liter Fassungsvermögen wurde eingebaut.

Die Gaube mit den bodentiefen Fenstern macht den Platz tatsächlich begeh- und nutzbar.Zwischen Sparren sowie Dachgeschossdecke zum Spitz- boden wurde die Zellulose eingeblasen.

Zwischen Sparren sowie Dachgeschossdecke zum Spitz- boden wurde die Zellulose eingeblasen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übersicht Liemke
Baujahr:1964
Wohnfläche:226 m²
Vor der Sanierung:41.086 kWh
Sanierungsmaßnahmen• Außenwanddämmung mit 14 cm Dämmung, WLG 035
• Dachdämmung von 24,1 cm mit Zellulose (teilweise sogar dicker)
• Dämmung der Rollladenkästen mit 2 cm Polystyrol
• Dämmung der Kellerdecke folgt, da in Eigenleistung
• Neue Erdwärmepumpe (14,8 kW) mit 800 Liter-Pufferspeicher sowie eine Luftwärmepumpe mit 300 Liter-Pufferspeicher für Warmwasserbereitung
Kosten mit Nebenkosten (neues Dachfenster, Verlängerung der
Dachüberstände, Regenrinnen, Drainage etc): 60.000 Euro
110.000 Euro
(inkl. Photovoltaikanlage):150.000 Euro
Energieeinsparung/
Nebenkostenersparnis
pro Jahr:
1.876,00 Euro
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