Fallbeispiel 5

Aus verwohntem Haus durch Sanierung ein Schmuckstück gezaubert

Neben der Hohlwanddämmung erhielt das Haus von Schwakes auch neue wärmeschutzverglaste Fenster.

Das Gütersloher Einfamilienhaus aus dem Jahr 1936 übernahmen Renate und Friedhelm Schwake vor elf Jahren in einem erbarmungswürdigen Zustand. Nicht mal ein Bad hatte es vorzuweisen. Der Hausherr hatte es sich zur Aufgabe gemacht, alles selbst zu renovieren. Er riss Wände heraus, verlegte neue Leitungen und Kabel, gestaltete mit Fliesen- oder Holzarbeiten Böden und Wände, baute neue Fenster und Türen ein. Ein halbes Jahr lang arbeitete er, um die 96 m2 Wohnfläche wieder in Schuss zu bekommen. Das Ergebnis kann sich innen wie außen sehen lassen. Der Stil des Hauses ist nach wie vor zu erkennen, aber er steckt in einem ganz modernen Gewand.

Einen angenehm temperierten Platz zum Ausruhen haben Schwakes jetzt sowohl in ihrem gut gedämmten Haus als auch im Garten.

Das Ehepaar wohnte längst in dem renovierten Haus, als Friedhelm Schwake daranging, auch die aus dem Jahr 1971 stammende Heizung durch eine neue zu ersetzen. Schwakes machten sich Gedanken darüber, jetzt das komplette Haus auch energetisch zu sanieren. Architektin Brigitte Topmöller schlug im Rahmen einer Energieberatung dem Ehepaar vor, die Hohlräume zu dämmen, die das Haus sowohl in den Außenwänden als auch in der Keller- und in der oberen Decke zum Dachboden vorwies. Die Verfüllung dieser Hohlräume, die Hohlschichten genannt werden, geht schnell und preiswert vonstatten – und eigentlich auch recht sauber. Bei Schwakes jedoch suchte sich die Perlite alle nur erdenklichen Ritzen und drangen ins Wohnungsinnere. Heute würden Schwakes noch viel, viel besser nach Ritzen Ausschau halten und diese noch besser abdichten, bevor die Handwerker kommen. “Bei uns sah es aus wie nach einem Schneefall”, erinnert sich der Hausherr. “Unter den Fußleisten quoll es hervor, aus den Türrahmen und aus den Rollladenkästen. Wir mussten das bereits voll möblierte Haus von oben bis unten komplett reinigen”, sagt Renate Schwake. Den gewonnenen Wohnkomfort haben die beiden jedoch vom ersten Tag an zu schätzen gewusst. In die Wände wurden 7 cm, in die Kellerdecke bis zu 14 cm und in die Decke zum Dachgeschoss 5 cm Perlite eingeblasen.

“Vor allem die Dämmung der Kellerdecke haben wir gleich gespürt; der Fußboden ist viel angenehmer und es ist deutlich wärmer in der Wohnung”, sagt Renate Schwake. “Der Keller ist jetzt allerdings richtig kühl”, betont ihr Mann, der es beim Basteln immer genossen hatte, sich dort nicht so warm anziehen zu müssen. “Anders als vorher müssen wir in der Übergangzeit eher heizen. Wenn draußen die ersten oder letzten Sonnen- strahlen noch für ganz gute Temperaturen sorgen, reichen die nicht aus, das gut gedämmte Haus bis nach innen zu erwärmen”, weiß Friedhelm Schwake. Aber die Energiekosten berührt das nicht. Die sind dramatisch gesunken. Verbrauchte das Ehepaar vor der energetischen Sanierung 1999 noch jährlich 28.634 kW/h Gas, so waren es 2004 nur noch 15.392 kW/h. Statt 3.500 DM fallen jetzt jährlich ca. 760 Euro für Gas an.

Perlite werden in die Decke zum Dachgeschoss eingeblasen. Auch hier müssen die Ritzen zur Dachschrägen abgedichtet sein bzw. werden.

Perlite beim Einblasen – hier auf dem Dachboden

Die alte Heizung im Haus Schwake

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übersicht Schwake
Baujahr:1936
Wohnfläche:96 m²
Vor der Sanierung:rund 28.500 kWh (= 237 kWh/m2 /a)
Sanierungsmaßnahmen• Hohlwanddämmung mit 7 cm Perlite, WLG 045
• Dämmung der Kellerdecke mit 14 cm Perlite, WLG 045
• Dämmung der Decke zum Dachgeschoss mit 5 cm Perlite gedämmt, WLG 045
• Neuer Niedertemperaturkessel (Gas)
Kosten mit Nebenkosten (neues Dachfenster, Verlängerung der
Dachüberstände, Regenrinnen, Drainage etc): 60.000 Euro
8.000 Euro
(ohne Fenster, die vorher angeschafft wurden)
Energieeinsparung/
Nebenkostenersparnis
pro Jahr:
69 Prozent = 86 kWh/m2 /a
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