Fallbeispiel 6

Eine warme Hülle für den Altbau: die Hälfte der Energiekosten lässt sich einsparen

Dietrich Diekmann blickt zufrieden in die Zukunft. Über das Altbausanierungsprogramm hat er doppelt gespart. Einerseits, weil er einen Zuschuss für die Baukosten erhielt, andererseits, weil er mit neuen Wärmeschutzglasfenstern und einer Dämmung der gesamten Gebäudehülle seine Energiekosten drastisch reduzieren kann.

„Wir sind zufrieden und würden uns auf alle Fälle noch einmal genauso entscheiden“, sagt Dietrich Diekmann. Er hat seinen Altbau gemäß den Vorgaben des KlimaTisches Gütersloh saniert. Neue Fenster und eine Hohlwanddämmung sorgen dafür, dass seine Heizkostenrechnung künftig deutlich geringer ausfallen wird. Und dass die Gütersloher Luft mit weniger Kohlendioxid belastet wird.

Das Programm zur Altbausanierung läuft in Gütersloh in Zusammenarbeit mit dem KlimaTisch Gütersloh, dem mehr als 80 Betriebe und Institutionen zugehören, seit 1998 und ist zunächst bis Ende 2005 vorgesehen. Bernd Schüre vom Fachbereich Umweltschutz: „Bis jetzt haben wir in diesem Zeitraum rund 300.000 € bewilligt und damit die Sanierung von etwa 150 Bauten gefördert.“ Anbieten „wie sauer Bier“ muss Bernd Schüre das Programm also keinesfalls.

Damit in die richtigen Maßnahmen investiert wird, wird vor jeder Bewilligung ein Gutachten erstellt. Die Stadtwerke Gütersloh haben hierfür bisher eine Fördersumme von 23.500 € bereitgestellt. Architekten und Gutachter, die die Untersuchungen zu fest definierten Vorschriften und Konditionen erstellen, prüfen, wie viel Energie durch eine Sanierung überhaupt eingespart werden kann und welche Sanierungsmaßnahmen ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll sind. Udo Peters, Geschäftsführer des KlimaTisches, erläutert: „Wir haben errechnet, dass der Energieverbrauch der sanierten Häuser im Durchschnitt etwa um 50 Prozent gesenkt wurde. Aber natürlich gibt es auch Spitzenergebnisse mit über 70 Prozent Einsparung.“

Besonders effektiv, kostengünstig und schnell lässt sich zum Beispiel die nachträgliche Dämmung von Geschoss- und Kellerdecken durchführen. Rund 20 € müssen Hausbesitzer pro Quadratmeter dafür veranschlagen. Und wer ein Haus mit Hohlschichtmauerwerk hat, kann sein Eigentum leicht mit einer wärmenden Hülle versehen: Eine Schüttung aus wasserabweisendem Perlit-Granulat besitzt einen hervorragenden Wirkungsgrad. Für die Hohlschichtverfüllung hat sich auch Dietrich Diekmann entschieden. „Wir wollten, dass das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes gewahrt bleibt. Eine Wärmedämmung an der Fassade unseres mit Wein und Efeu berankten Hauses kam deshalb nicht in Frage. Außerdem war die Schüttung dank des Hohlschichtmauerwerks die preiswerteste Lösung.“ Nur 2.500 statt 10.000 € musste er für die an einem Tag durchgeführte Dämmung bezahlen.

Bernd Schüre und Udo Peters sind mit der Resonanz auf das Altbausanierungsprogramm sehr zufrieden. „Alle Dämmungen sind ein Beitrag für den Klimaschutz. Werden die geeigneten Maßnahmen durchgeführt, müssen sich so genannte Niedrigenergiehäuser zum Teil warm anziehen, um mithalten zu können“, sagt Peters. Außerdem kann man den Komfortgewinn sofort verbuchen. „In einem sanierten Haus gibt es nämlich keine kalten Füße mehr“, bringt er es auf den Punkt.

Da wundert es auch nicht, dass die Fördermittel stets rege in Anspruch genommen werden. „Interessenten sollten sich vorab schlau machen, inwieweit städtische Fördergelder zur Verfügung stehen“, erklärt Bernd Schüre. Er weiß, dass es für Hauseigentümer immer einen gewissen Aufwand bedeutet, rechtzeitig vor den Planungen zu ihm zu kommen. „Es ist nun mal Bedingung – wie bei allen anderen Förderprogrammen auch – zuerst einen Antrag zu stellen, dann die Bewilligung abzuwarten, um erst danach die Handwerker zu beauftragen und mit den Bauarbeiten anzufangen.“

Für viele Gebäude sind die Sanierungsmaßnahmen inzwischen abgeschlossen worden. „Ein ganz wichtiger Beitrag zum Klimaschutz! Über 1.050 Tonnen Kohlendioxid jährlich, die ganz vermieden werden“, veranschaulicht Schüre die Zahl. Noch ein positiver Effekt ist von Bedeutung. „Der KlimaTisch hat ermittelt, dass jeder € aus dem Förderprogramm ungefähr acht € für die Bauwirtschaft nach sich zieht“, sagt Schüre. Ein Projekt also, das auch ökonomisch interessant ist.

Dass das Projekt KlimaTisch über die Grenzen von Gütersloh hinaus Beachtung findet, beweist eine Auszeichnung vom Bundesverband für Umweltberatung und vom Klima-Bündnis. „Wir haben die Auszeichnung unter anderem dafür erhalten, dass wir in Gütersloh unterschiedliche Akteure, nämlich Handwerker, Architekten, Kreditinstitute usw., an einen Tisch gebracht haben und – im Bundesdurchschnitt gesehen – erhebliche Investitionen für Altbausanierungen veranlasst haben“, freut sich Udo Peters.

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