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Der Gütersloher KlimaTisch

Die wärmetechnische Verbesserung des Gebäudebestandes in der Stadt Gütersloh birgt ein gewaltiges Energiesparpotenzial, das die Stadtverwaltung nicht aus eigener Kraft ausschöpfen kann. Aus diesem Grund hatte sie die Gründung des Gütersloher KlimaTisches angeregt, dessen Ziel es sein sollte, die energetische Modernisierung der Gütersloher Altbausubstanz umfassend zu fördern. Nach einer Auftaktveranstaltung unter Beteiligung des Bauministeriums NRW verlief die weitere Entwicklung des KlimaTisches bis zur Vereinsgründung folgendermaßen:

  • Start im Sommer 1997
  • Arbeitsgruppen Bau, Technik und Marketing entwickeln gemeinsame Plattform
  • Durchführen von 50 kostenlosen Gebäudegutachten mit dem Ziel, umfangreiche Sanierungen anzustoßen (10 Gutachter beteiligt)
  • Versenden von 18.500 Fragebögen an Gebäudeeigentümer zur Ermittlung des Sanierungspotenzials, Rücklauf 1.500 Stück
    • Ergebnis: 14.000 Wohnhäuser sind sanierungsbedürftig, Gütersloher Häuser verbrauchen im Schnitt 230 kWh pro m² und Jahr, bis zu 50% des Heizenergieverbrauches lässt sich einsparen
  • Verabschieden einer Erklärung, in der sich die Mitglieder zur Einhaltung von Beratungs- und Gütestandards bei der Altbausanierung verpflichten
  • Erstellen der Motivationsbroschüre "Altbau sanieren, für die Zukunft investieren" im Dezember 1998 (Auflage 5.000 Stück)
  • Gründung des Vereins Gütersloher KlimaTisch e. V. im April 1999

Der Gütersloher KlimaTisch umfasst inzwischen mehr als 90 Mitglieder (z. B. Architekten, Baustoffhandel, Handwerker, Ingenieure, Kreditinstitute, Stadt, Stadtwerke) und hat sich zu einer unabhängigen, eigenständigen Organisation weiterentwickelt. Er setzt sich durch Information und Beratung der Gebäudeeigentümer, durch Fortbildung der Mitglieder und durch gemeinsame Werbung für das Ausschöpfen der Energiesparpotenziale im Gütersloher Altbaubestand ein.

Ganz besonders kümmert sich der KlimaTisch um die Gebäudeeigentümer, die Modernisierungen ihrer Gebäude vorgesehen haben und zwar durch:

  • Erstberatung der Eigentümer
  • Hinweise auf aktuelle Fördermöglichkeiten
  • Erklären von Antragsverfahren
  • Hinweise auf geeignete Gutachter (Gutachterliste)
  • Beraten während der Bauphase
  • Abnahme und Dokumentieren von Sanierungsmaßnahmen
  • Erfolgskontrolle in nachfolgenden Heizperioden

Weiterhin hat der Verein die Betreuung des von der Stadt Gütersloh zunächst bis Ende 2005 aufgelegten Förderprogrammes zur Altbausanierung übernommen. Mit Hilfe des Gütersloher KlimaTisches sind im Rahmen dieses Förderprogrammes von Mitte 1999 bis Mitte September 2001 für etwa 150 Wohngebäude (mit ca. 260 Wohneinheiten) wärmetechnische Modernisierungsmaßnahmen in Gang gesetzt worden. Insgesamt werden hierbei Investitionen von etwa 2,5 Mio. € getätigt. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen werden pro Jahr ca. 3 Mio. kWh Energie eingespart und außerdem um die 1.050 Tonnen weniger Kohlendioxid pro Jahr in die Atmosphäre abgegeben. Die bisherigen positiven Auswirkungen sowohl für die heimische Wirtschaft als auch für den Klimaschutz sind also nicht zu verkennen.

Der KlimaTisch hat sich auch an zahlreichen Marketing-Maßnahmen mit dem Ziel beteiligt, ein positives Klima für den Klimaschutz zu schaffen (Faltblätter, Presseartikel, Internet, Umweltkalender, Telefonaktionen, Infostände, CityLightPoster). Aufgrund dieser vielfältigen Tätigkeiten gehörte die Stadt Gütersloh deshalb im September 2000 sogar zu den Siegern im Bundeswettbewerb "Öffentlichkeitsarbeit für den Klimaschutz in der Kommune".