Passivhaus –

frische Luft in der KiTa am Pelikanweg

Praktischer, nachhaltiger Klimaschutz

Pressemitteilung zur Rohbau Besichtigung am 09.10.2020

Weitere, städtische Kindertagesstätte als Passivhaus im Bau:

Wie hocheffiziente Passivhaus-Bauweise ganz praktisch aussieht, konnten die Teilnehmenden auf einer Baustelle in Friedrichsdorf erleben. Am Pelikanweg entsteht eine neue Kita, die gemäß den Gütersloher Energieleitlinien als Passivhaus errichtet wird.

Der KlimaTisch Gütersloh e.V. hat die Besichtigung für Fachleute organisiert, um in einem Rohbau zu zeigen, worauf es beim Passivhaus ankommt. Voraussetzung ist eine gute energetische Berechnung, dafür wurde das Passivhaus Projektierungs-Packet (PHPP) programmiert. Erreicht man damit den Grenzwert von maximal 15 kWh/m²/a für Heizwärme, so hat man ein Passivhaus. Dann kommt es darauf an, die Vorgaben aus der Berechnung praktisch umzusetzen.

Dazu gehört eine möglichst wärmebrückenfreie Konstruktion, sehr gute Dämmung, eine präzise ausgeführte, luftdichte Gebäudehülle, dreifach verglaste Fenster mit gedämmten Fensterrahmen und eine Lüftungsanlage, die aus der Abluft die Wärme mit über 80 % zurückgewinnt. So wird Energie eingespart und, was zu Corona Zeiten besonders wichtig ist, die verbrauchte Luft wird ständig abgesaugt.

Die Kinder in dieser Tagesstätte werden immer frische, vorgewärmte Luft bekommen. Für die Energieagentur.NRW gegrüßte Petra Schepsmeier die Teilnehmenden. Die EA.NRW vermittelt gerne das praktische Fachwissen und dankte für die Organisation der Besichtigung.

Im Namen des Bauherren, der Stadt Gütersloh, begrüßte Helmut Hentschel, Klimaschutz-Beauftragter die Teilnehmenden. Er wies darauf hin, dass die Energieleitlinien verbindlich sind und Ausnahmen begründet werden müssen.

Kurt Gramlich, Beirat des KlimaTisch e.V. dankte allen Beteiligten für die große Unterstützung bei der nur sehr kurzfristigen Organisation. Ein Passivhaus benötigt nur ein Viertel der Energie im Vergleich zu dem heute vorgeschriebenen EnEV-Standard. Wir brauchen mehr praktische Beispiele. Hier an der Kita könne man sehen, wie Klimaschutz erfolgreich umgesetzt wird.

Architekt Andreas Grube erläuterte das zweigeschossige Konzept. Er regte an, in Zukunft solchen guten Beispiele auch nach DGNB zertifizieren zu lassen. Um den Passivhaus-Standard zu erreichen, wurden Wände, Dach und Kellerdecke etwas besser gedämmt. Er ist auf das Ergebnis gespannt, den für das Gebäude sind zwei Jahre Monitoring vereinbart. Dann wird sich herausstellen, inwieweit die Berechnungen mit dem tatsächlichen Verbrauch an Energie übereinstimmen. Besonders gut sind im Rohbau sichtbar: die Ausführung der Dämmung, die Dämmstärken, die wärmebrückenfreie Konstruktion und die Wege der Lüftungsanlage.

Die beauftragten Firmen erläuterten die Besonderheiten Ihrer Ausführung: Robert Kitzig, Lüftung-Fachplaner erläuterte, warum die KiTa zwei Lüftungsanlagen besitzt. Eine Anlage, die während der täglichen Nutzungszeiten der KiTa in Betrieb ist und eine für die Gruppenräume, die nur in der Heizperiode eingeschaltet wird. In der Übergangszeit wird dieses Passivhaus ganz normal über offene Fenster belüftet. Eine Besonderheit der KiTa-Lüftung ist der Abluftkamin, der nach heißen Sommertagen eine gute Nachtauskühlung erreicht.

Fensterbauer Fissenewert hatte ein Modell der Fenster mitgebracht. Daran war gut zu erkennen, wie Fenster und Rahmen nach den Passivhaus-Kriterien gebaut sind. Insbesondere kommt es dabei neben dem guten Dreifachglas auf einen wärmegedämmten Fensterrahmen an.

Klaus Michael, Inhaber des Niedrig-Energie-Institutes Detmold hat die Veranstaltung im Auftrag des KlimaTisch e.V. fachlich vorbereitet. Er bedankte sich bei der Bauunternehmung Detlev Recker. Max Recker hatte ihm freundlicherweise die genauen Kosten übermittelt. Herr Michael zeigte sich sehr überrascht über die geringen Mehrkosten für den Passivhaus-Standard. So kostet ein Quadratmeter bessere Dämmung der Wand nur 3,50 EUR pro Quadratmeter. Besonders beim Dach lohnt sich eine bessere Dämmung, weil dort sonst viel Energie verloren geht. Statt einer 18 cm wurden 27 cm Dämmung verwendet, was nur Mehrkosten in Höhe von 9,50 EUR pro Quadratmeter erfordert. Die bessere Bodenplatte wird mit 4 EUR pro Quadratmeter Mehrkosten berechnet.

Die geladenen Architekten, Bauunternehmer, Handwerker sowie Vertreter mehrerer Städte und des Kreises waren positiv überrascht, als sie die nackten Zahlen hörten, die von Architekt Andreas Grube, Lüftung-Fachplaner Robert Kitzig, Fensterbauer Michael Fissenewert sowie von Klaus Michael vom Detmolder Niedrig-Energie-Institut vorgetragen wurden.

Kurt Gramlich dankte den Fachleuten für die kurzen Vorträge und lud die Teilnehmenden ein, in kleinen Gruppen mit erforderlichem Abstand nun den Rohbau zu besichtigen. Hierbei ergab sich ein hochinteressanter Austausch unter den Fachleuten.

Die über 30 Interessierten kamen zum größten Teil aus dem Kreis Gütersloh, auch Mitarbeiter/-innen der Kommunen Halle, Rietberg, Verl, Gütersloh und der Kreisverwaltung waren dabei. Alle erhielten zur weiteren Information: Flyer und Broschüre Passivhaus, Broschüre KlimaTisch, Energieleitlinien.

Stadt Gütersloh
Ansprechpartner für Rückfragen:
Kurt Gramlich
Mitglied Beirat KlimaTisch e.V.
Tel. 05241.3002660

 

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